„Wir glauben nicht an Gott, weil wir ihn brauchen, sondern weil er uns liebt“, Kardinal Gerhard Ludwig Müller

AfD hat wie die Linke Probleme mit der Religion und ist für Katholiken keine Alternative

Zum Thema AfD im Allgemeinen ist von Seiten der Kirchenleitungen schon viel argumentiert worden. Deshalb sollen hier das Beispiel der Aussagen zur Religionsfreiheit des Landtagswahlprogramms genügen, um die Unterschiede von Positionen der AfD mit denen der katholischen Kirche zu zeigen.

Im Landtagswahlprogramm der AfD wird Religion von der negativen Seite gesehen. Der Bau von Sakralbauten die „tief in das Stadtbild eingreifen“ (wie wäre das bei der Leipziger Propsteikirche?) sollen erschwert werden. Insbesondere „lehnt die AfD Moscheebauten, besonders mit Minarett, ab.“

Die grundsätzliche Ablehnung des Islams wird auch durch das falsche Zeugnis begründet, dass der Europarat festgestellt haben soll, dass „der Islam mit der Europäischen Charta der Menschenrechte nicht vereinbar“ sei. Fakt ist, dass sich diese Aussage nicht auf den Islam insgesamt, sondern nur auf die Scharia bezieht.

 „Wir als AfD setzen uns für ein Verbot der religiösen Beschneidung an Minderjährigen ein.“ Damit soll eine längst beendete Debatte erneut eröffnet werden und letztlich, was jedem Christen, der die Bibel kennt, bewusst ist, auch den Juden die Religionsausübung erschwert werden, indem das Bundeszeichen verboten werden soll.

 Die katholische Kirche bemüht sich dagegen seit dem 2. Vatikanischen Konzil um einen Dialog mit den nichtchristlichen Religionen z.B.

  • „Der Heilswille umfaßt aber auch die, welchen den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am jüngsten Tag richten wird.“ (LG 16
  • „Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde.“ (NA 3)

Eine gemeinsame Erklärung, die von Papst Franziskus und der höchsten Autorität des sunnitischen Islam, Scheich Ahmad Al-Tayyeb, anlässlich der apostolischen Reise von Papst Franziskus in die Vereinigten Arabischen Emirate im Februar 2019 veröffentlicht wurde, zeigt, dass der Dialog möglich und fruchtbar ist.

Die von der AfD im Landtagswahlprogramm geforderte totale Ablehnung des Islam ist mit den Positionen des 2. Vatikanums und den Bemühungen der katholischen Kirche Dialog nicht vereinbar.

Das Wahlprogramm der Sächsischen Union betont dagegen den positiven Wert von Kirche und Religion für die Gesellschaft.

Wir bekennen uns zur Religionsfreiheit und zu den Staatskirchenverträgen und würdigen die Rolle der Kirchen für den Zusammenhalt und die Wertevermittlung in unserem Freistaat

  • Kirchliche Initiativen für einen kooperativen (evangelischen und katholischen) Religionsunterricht unterstützen wir. Zur Stärkung des Religionsunterrichtes sorgen wir gemeinsam mit den Kirchen und ggf. weiteren Glaubensgemeinschaften für staatliche Weiterbildungsangebote.
  • Die Menschen in Sachsen sind engagiert. In Sportvereinen, als Helfer in der Kinder- und Seniorenbetreuung, in der Kirche, in Musikgruppen, in Kleintierzuchtvereinen, im Naturschutz oder natürlich bei der Feuerwehr: Überall packen viele fleißige Hände ehrenamtlich an.

Weitere Informationen:

Argumente der Hanns Seidel Stiftung zum Verhältnis von Religion und rechtspopulistischen Parteien: https://www.hss.de/download/publications/Argu_Kompakt_2019-3_Religion.pdf

Vergleich von AfD-Positionen mit der katholischen Soziallehre https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/fb2/c-systematischetheologie/christlichesozialwissenschaften/heimbach-steins/ics-arbeitspapiere/executive_summary_ics_ap_afd_kathsl.pdf